Der Blog für eine bessere HR-Welt

True Stories!

Geschichten aus der Personalarbeit

Dieser Beitrag ist längst überfällig, einerseits weil wir euch in letzter Zeit hier auf dem Blog ganz schön vernachlässigt haben. Aber noch viel wichtiger: mein geschätzter Freund und Co-Blogger Jannis hat gerade zusammen mit Eva Stock das Buch „HR True Story“ veröffentlicht. (Denkt daran, das Buch beim Buchhändler Eures Vertrauens zu bestellen!) Und davon erzählen wir hier natürlich und geben euch weiter unten einen exklusiven Einblick in die true stories!

true stories aus der Personalarbeit

Aus dem Nähkästchen geplaudert

Auf dem HR BarCamp vor drei Jahren organisierte Jannis die Session „HR-Nähkästchen“. Die Teilnehmenden haben sich damals im Vertrauen Geschichten, eben „true stories“, aus der alltäglichen Arbeit erzählt. Dann wurden gemeinsam Lösungen für die verschiedenen Fälle überlegt. Und das Interesse und auch der Bedarf an echten Fällen und praktikablen Lösungen so groß waren, haben Jannis und Eva gemeinsam dieses Buch geschrieben.

Die beiden haben Geschichten aus dem Alltag von Personalverantwortlichen und Personalmanagenden zu verschiedensten Themen gesammelt. Ob zum Thema Diskriminierung, Alkohol- und Drogensucht oder Belästigung. Und wer kennt sie nicht, die die Geschehnisse und Fehltritte auf der jährlichen Weihnachtsfeier. So lustig die Geschichten teilweisen beim ersten Lesen auch scheinen mögen. Alle Geschichten in diesem Buch beruhen auf wahren Ereignissen und machen deutlich, womit sich Personalverantwortliche täglich herumschlagen. Und ganz ehrlich: einiges davon habe ich selbst auch schon erlebt.

Das Buch ist jedoch nicht nur ein unterhaltsame Sammlung von true stories, sondern ein wirklich wertvoller Ratgeber (der im Gegensatz zu allen bisherigen und oftmals zu theorie-lastigen HR-Büchern) mit Hinweisen und Tipps zum Umgang mit solchen Herausforderungen von Expert*innen aus Employer Branding, Arbeitsrecht, Organisationsberatung und Psychologie.

Exklusiver Blick ins Buch

Exklusiv präsentieren wir unserer Arbeitgebermarkenfreunde-Community einen Einblick: mit einer der Geschichten aus dem Buch.

Recruiting kann doch jeder!

Frau Meier war für die Personalbeschaffung in dem 240 Mitarbeiterinnen starken Unternehmen verantwortlich, und sie hatte Stress. Seit Wochen wurde ein/eine Sales Managerin gesucht, aber bislang hatte sich niemand gefunden. Die Abteilung machte Druck, und auch der Geschäftsführer fragte schon regelmäßig nach. Es waren die vielen Kriterien, die als maßgeblich erachtet wurden, die das Recruiting so erschwerten.

Es vergingen wieder einige Wochen – aber, Gott sei Dank, schließlich hatten sich zwei Kandidat*innen für die finale Runde gefunden. Frau Meier empfahl die Kandidatin, die im Grunde alle Kriterien auf sich vereinte. Der Mitbewerber war zwar smart und eloquent, verfügte aber nicht über die nötige Zahlenkompetenz. Frau Meier wies auf diesen Umstand hin und erinnerte daran, dass die Geschäftsführung die „Zahlenkompetenz“ selber als das wichtigste Kriterium bezeichnet habe. Sie merkte jedoch schnell, dass man sich längst entschieden hatte und die Bewerbungsgespräche im Grunde überflüssig gewesen waren. Enttäuscht sah sie dies ein – sie hätte es sich eigentlich schon denken können, als der Mitbewerber von der Geschäftsführung empfohlen worden war. Als sie erneut im Büro der
Geschäftsführung stand und wiederholte, dass sie es nicht für klug halte, den Mitbewerber einzustellen, wurde es ein wenig laut in dem Raum.

Letztlich bekam der von der Geschäftsführung empfohlene Kandidat die Stelle. Er war auch richtig nett, und das Team mochte ihn wirklich sehr gerne. Leider schaffte er die Probezeit nicht, weil er nichts von den Kalkulationen und Budgets verstand, mit denen er täglich konfrontiert wurde. Er kündigte von sich aus nach nur vier Monaten.

Über den Autor

Ralf Junge

"Wer nicht denken will, fliegt raus." (Joseph Beuys)

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von Ralf Junge
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