Mein Freund, die Arbeitgebermarke

Zurück in die Karrierezukunft // Heute: Viviane

Eine kleine Reihe über gute Freundinnen aus der 7. Klasse und was aus ihnen geworden ist.

In der Schule waren wir eine unzertrennliche Fünfer-Clique und haben jede Pause gemeinsam gespielt und gequatscht, unseren blauen Lidschatten korrigiert und gemeinsam für Klausuren gebüffelt. Natürlich kennen wir uns sehr gut und wussten vielleicht implizit schon länger, wer vielleicht eher in Chemie glänzt und wer bei der Interpretation von Nachkriegslyrik erfüllt über sich hinauswächst (Spoiler-Alert: Keiner von uns. Es tut mir Leid, Frau Stöwe!). Wir haben immer noch Kontakt, spätestens wenn wir uns um die Weihnachtszeit alle gen Heimat auf den Weg machen.

Da ich mich in meinem Beruf viel und leidenschaftlich mit dem Thema Arbeit beschäftige, interessiere ich mich natürlich dafür, wie der Alltag von meinen Freundinnen heute aussieht und was in ihnen die Leidenschaft weckt. Sie waren gleich an Bord und haben mir für die kurzen Interviews zugesagt – auch wenn meine Fragen nicht zimperlich ausgefallen sind.

Heute: Viviane // Gymnasiallehrerin für Biologie und Chemie

Bei meiner Recherche merke ich schnell: Zum Beruf des Lehrers finde ich detailliertere Informationen und Statistiken im Internet als über Juristen. Besonders gut gefallen hat mir dieser unterhaltsame Faktencheck. Durchschnittlich verdienen Lehrer in Hamburg am meisten und in Rheinland-Pfalz am wenigsten – hier muss man allerdings verschiedene Besoldungsformen der Bundesländer berücksichtigen. Auch der Begriff Drehtür-Verbeamtung war neu für mich.  Die Lehrerkollegien scheinen mehrheitlich – mittlerweile auch am Gymnasium – mit Frauen besetzt zu sein und es wird darüber debattiert, ob das nun ein Problem sei oder nicht. Aber jetzt fragen wir mal Viviane zu ihrem Alltag als Lehrerin:

Yvonne: Mal Hand auf´s Herz, Schüler von heute sind doch schon mega nervig, oder? Wie hält man es täglich mit pubertierenden Smartphone-Monstern aus?

Viviane: Manchmal ist es schon nervig, das muss ich zugeben. Besonders an einem Nachmittag mit 14-Jährigen, die alles andere im Kopf haben als etwas über das Atommodell oder Reaktionsgleichungen zu lernen. Aber die Momente, in denen ich gerne unterrichte, überwiegen.

Hast du das Gefühl, dass Frauen und Männer von den Schülern gleichermaßen akzeptiert werden?

Ich glaube schon, dass ich von den Schülern akzeptiert werde, auch als Frau. Ich denke insgesamt kommt es mehr auf die Persönlichkeit des Lehrers oder der Lehrerin an, ob man akzeptiert wird oder nicht.

Was machst du eigentlich mit der ganzen freien Zeit? Come on, dass ihr was in den Ferien macht, das ist doch geschummelt. Nicht?

Tatsächlich haben wir sehr viel freie Zeit, das sehe ich schon ein. Da ich aber noch nicht so lange im Beruf bin, arbeite ich auch in den Ferien, z.B. zum Unterricht vorbereiten oder zum Korrigieren. Aber es bleibt trotzdem noch sehr viel Zeit zum Reisen!

Die Welt wird immer digitaler, meinst du, du wirst irgendwann von einem Bot ersetzt?

Ich hoffe nicht. Zwar ist es wichtig, dass wir auch in der Schule immer digitaler werden (ich würde mich schon über WLAN in den Klassenräumen freuen). Aber ein Bot kann nicht alles an einem Lehrer ersetzen, da man z.B. auch mal auf emotionaler Ebene mit den Schülern sprechen muss.

Was erfüllt dich in deinem Beruf? An welchem Punkt hast du vielleicht ein Flow-Gefühl und wirst richtig leidenschaftlich / glücklich?

Definitiv die Arbeit mit den Schülern und Schülerinnen. Häufig sind es Gespräche, die über den Unterrichtsstoff hinausgehen und ich die Schüler/innen aus einer anderen Sicht erlebe oder Momente, in denen sie wirkliches Interesse am Unterricht zeigen. Aber auch meine Kollegen tragen dazu bei, dass ich mich sehr wohl fühle an meiner Schule und ich Lust auf meinen Beruf habe!

Vielen Dank für das Interview!

Und so sieht Viviane heute aus:

 

 

 

 

Wenn ihr den ersten Teil über Anne, Justiziarin im Umweltrecht, verpasst habt, könnt ihr ihn hier nachlesen.

Über den Autor

Yvonne Kalthöfer

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