Was Statistik mit HR zu tun hat … oder: Warum ich ein Glückspilz bin!

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von Jannis Tsalikis

Weil wir bei VICE Deutschland gerade Übersetzer suchen und weil die FH in Magdeburg über einen Fachbereich für Übersetzung verfügt und weil am 14. Mai 2014 eine Firmenkontaktmesse in Magdeburg war, war ich am besagten 14. Mai in Magdeburg.

Ich hatte einen tollen und erfolgreichen Tag auf der Messe. Gekrönt wurde der Tag jedoch erst wirklich, als ich zwei Statistikern begegnet bin, die mir bereits damals und ihm Nachhinein sogar rechnerisch bestätigt haben,  was ich schon lange ahnte: Ich bin ein Glückspilz.

An der Bahnhaltestelle habe ich Karl und Melanie getroffen. Karl Künne ist 33 Jahre, Statistikstudent (Bachelor of Science) an der HS-Magdeburg und zudem Technischer Zeichner (gerade auf der Suche nach einen Praktikumsplatz im Rahmen des Statistikstudiums!). Melanie Spannrad ist 22 Jahre jung, ebenfalls Statistikstudentin (Bachelor of Science) an der HS-Magdeburg und schließt nächstes Semester das 7. Semester ab (sie ist dann auf der Suche nach einer Bachelorarbeit!)

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Was die Begegnung mit mir als Glückspilz zu tun hat? Und was das ganze mit HR zu tun hat? Einfach weiterlesen, ihr werdet schon sehen …

Hallo Karl, liebe Melanie, wie mathematisch ausgedrückt wahrscheinlich war es, dass wir uns an der Bahnhaltestelle treffen? Könntet ihr das irgendwie plausibel errechnen?

Erst einmal geben wir zu, dass man dies nicht berechnen kann. Um dir dennoch eine Vorstellung zu geben, wie unwahrscheinlich unwahrscheinlich es war uns an der Bahnhaltestelle zu treffen – möchten wir es dennoch einmal abschätzen und hoffen es so verständlich zu machen, in welcher Dimension die Unwahrscheinlichkeit sich hier bewegt 😉

An der Hochschule Magdeburg gibt es circa 4400 Studenten, davon sind in etwa 22 Statstikstudenten. Da wir uns ja an der Bahnhaltestelle getroffen haben betrachten wir nur jene die auch die Straßenbahn an jenem Tage benutzt haben mögen. Dienstags. Aber da die Straßenbahn nicht nur einmal am Tag fährt, sondern im 10 Minuten Takt, gab es viele Möglichkeiten uns zu verpassen. So kommen wir auf eine Zahl von circa 8 Studenten die mit dir auf die Bahn warteten. Davon hast du 6 Studenten nicht nach dem Weg gefragt, sondern 2 Statistiker. Uns!

Was einer Wahrscheinlichkeit von 0,05% entspricht uns zu treffen.
Anders ausgedrückt: Du müsstest zweitausend Bahnen (333 Stunden) abwarten und Studenten nach dem Weg fragen bis du erneut zwei Statistiker ansprechen würdest. 

Wahnsinn.

Die Bahn lässt gerade noch auf sich warten. Könntet ihr derweil mir, dem mathematischen Legastheniker, ein paar Fragen erklären? 

Zum Beispiel: Im Grunde jeder, der von Kommunikation eine Ahnung hat, rät dazu crossmediale Kampagnen zu machen, d.h. viele Kanäle zu nutzen, um eine höhere Bewerber-Conversion (Bewerber die sich Bewerben) zu erreichen. Irgendwie auch logisch. Aber könnte man das auch statistisch Belegen? Wie würde man das machen?

(z.B. soundsoviele sehen FacebookAds und davon bewerben sich soundsoviele)  + Effekt von Stellenanzeigen in Zeitung + Stellenanzeigen in Online-Jobbörse +… oder wie?)

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir zunächst einige Annahmen treffen:

Wir nehmen an, dass jeder Mensch nur eine begrenzte Zeit pro Tag hat mediale Kanäle zu nutzen, zum Beispiel Fernsehen, Zeitung oder das Internet. Durch die begrenzte Menge an Zeit ergibt sich bei jedem Menschen ein bevorzugtes Medium, welches er mehr als andere nutzt, dies erklärt sich durch das Gesetz der großen Zahlen.

Hinzu kommt, dass die hinreichende Bedingung an einen möglichen zukünftigen Bewerber bereits in dessen bevorzugten medialen Kanal ablesbar ist. Dabei sollte im Vorfeld überlegt werden auf welchen medialen Kanälen man die gewünschten Bewerber am ehesten erreichen kann und auf welchen nicht. Unter den gewählten Kanälen sollte eine Priorisierung stattfinden, um großen, mittleren und geringen Aufwand zu betreiben.

Im Grunde gilt natürlich, je mehr Kanäle bedient werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit an vielen Bewerbungen.

….

Im Gespräch mit den Beiden könnte ich auch in paar interessante Fragen zum Thema Fluktuation los werden. Lest Teil zwei unseres Gesprächs am Freitag!

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