Warum man sich mit pseudointelligenten Bewerberfangfragen lächerlich macht und die eigene Reputation gefährdet

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Ein Kommentar von Jannis Tsalikis

Sie nerven mich immer wieder, diese Pseudopersonalpsychoanalytiker. Und weil es diese Personaler gibt, die wirklich glauben, mit megaschlauen Fangfragen könne man in einem Bewerbungsgespräch innerhalb von 30-45 Minuten erfassen, wie ein Bewerber tickt, gibt es diese lustigen Spielchen für die Bewerber, z.B. wie zuletzt in der Zeit: “Kennen Sie die Bewerber-Fangfragen?” (wird gerade viel im Social Web gerepostet). Quasi als Training. Was wiederum auch total bescheuert ist, weil man sich ja auf blöde Fangfragen nur begrenzt vorbereiten kann. Wobei das Beispiel aus der Zeit eigentlich gar nicht richtig passt, weil kaum echte Fangfragen vorkommen … Anyway.

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Bild: flickr / bpsusf

Warum werden Fragen, wie “Wie würden Sie jemanden anleiten, der einen Pfannkuchen zubereiten soll?”, “Wenn Sie alleine Auto fahren, woran denken Sie dann?” oder “Wie viele Tomaten werden an Montagen in Berlin gekauft?” wirklich gestellt? Come on. Mal ehrlich: Brauchen Sie diese Fragen wirklich, wenn Sie bereits einen guten Lebenslauf vorliegen haben, mit guten Zeugnissen, und sich einem motivierten Bewerber gegenübersehen? Glauben Sie wirklich, Sie bekommen mehr heraus als mit einer schlauen und berufsbezogenen Fachfrage? Oder wollen Sie sich an Ihrer Machtposition laben und haben Freude daran, zuzusehen, wie Bewerber verzweifelt nach den richtigen Worten suchen? Mich nervt das Ganze nur, und glauben Sie mir, die Bewerber auch!

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