Misstrauen gegenüber Bewerbern, Mitarbeitern und Vorgesetzten hemmt modernes Arbeiten

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von Ralf Junge

In Bewerbungsgesprächen schmücken wir die Wahrheit gern aus, um uns als noch besser und geeigneter für eine Stelle anzupreisen. Schließlich geht es darum, einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Umgekehrt tun dies die Unternehmen natürlich genauso. Schließlich wollen wir nicht negativ auffallen, sondern von uns überzeugen. Eben ganz klassische Eigenwerbung.

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Kürzlich habe ich genau dazu ein lustiges Video gefunden, das zeigt, was Bewerber in Vorstellungsgesprächen oft sagen und was wirklich dahinter steckt. Ein Beispiel: Die Frage “Warum sollten gerade Sie diesen Job bekommen” zu beantworten mit “Ich will diesen Job wirklich.” bedeutet angeblich wirklich: “Ich bin die verzweifeltste Person, die Sie je getroffen haben und bin kurz davor, ihre Hand zu schnappen und zu betteln.”

Anfangs noch lustig, dann hat mich das Video eher nachdenklich gemacht, denn es macht deutlich, dass wir in den Unternehmen nach wie vor ein Vertrauensproblem gegenüber Bewerbern und Kollegen haben – besser gesagt ein Misstrauensproblem. Aber schaut erstmal selbst:

Natürlich. Unter diesen Voraussetzungen kann es mit Vertrauensarbeitszeit, mobilem Arbeiten oder ähnlichen Modellen ja nichts werden. Wann lernen wir denn endlich einander zu vertrauen und auf Augenhöhe zu begegnen? Wie sollen sich neue Mitarbeiter wohlfühlen oder motiviert werden, wenn sie schon beim ersten Kennenlernen ein solches Misstrauen spüren?

Wir befassen uns derzeit mit neuen Arbeitsmodellen, Work 3.0 und ähnlichen Themen. Doch bevor wir unsere Grundeinstellung gegenüber Bewerbern und Kollegen nicht ändern, werden sich progressive Ansätze nicht durchsetzen, denn sie alle setzen eines Voraus: gegenseitiges Vertrauen.

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