Mehr Emotionen auf Facebook, bitte!

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So sieht mein Plan für das kommende Wochenende aus. Und so würde ich es demnächst geschrieben ausdrücken. Denn Emojis sind auf dem Vormarsch. Und Schrift ist sowieso total „yesterday“!

Das glaubt ihr nicht? Erste Vorboten gibt es ja schon. In unserer Chatkommunikation sind sie gar nicht mehr wegzudenken. Wie oft schicken wir Emojis, statt sie zu beschreiben?! Denn mit den kleinen Bildchen können wir unsere Emotionen ausdrücken, was insbesondere auch unserer Schreibträgheit zugute kommt. 😂 Facebook hat schließlich nicht umsonst die neuen Reactions eingeführt. Statt nur einen Like zu setzen, kann jeder User sich nun auch in verschiedenen emotionalen Reaktionen ausdrücken, nämlich mit Love, Haha, Wow, Sorry oder Angry.
Die erste Auswertung zur Nutzung hat Fanpage Karma nun vorgelegt. Von den neuen Reactions ist „Love“ die am häufigsten genutzte (45 Prozent), gefolgt von Haha (23 Prozent), Wow (13 Prozent), Traurig und Wütend (jeweils 10 Prozent). Und es zeigt sich auch, dass sich die neuen Reactions auf die Reichweite der Posts auswirken – Posts, bei denen mindestens 20 Prozent aus neuen Reactions bestehen, haben eine zwei- bis dreifach höhere Reichweite. Die Auswertung zeigt auch, dass die Interaktionen abhängig sind von den jeweiligen Reactions. Love-Posts wurden 5,5mal häufiger geteilt, Wow- und Haha-Videos werden 6,5mal häufiger angesehen, bei Sorry-Posts werden Links 4mal häufiger angeklickt und Angry-Posts werden um 50 Prozent mehr kommentiert.
Emotionale Reaktionen bei Karriereseiten
Wirklich interessante Ergebnisse. Daher habe ich mir mal die Top 10 der Facebook-Karriereseiten angeschaut und die Reaktionen ausgezählt. Das Ergebnis: der Content bewirkt kaum emotionale Reaktionen, haut die Fans scheinbar nicht vom Hocker. Seit Anfang März wurden 234 Posts veröffentlicht, mit insgesamt 29.448 verschiedenen Reaktionen.
 Reactions
Das Like ist noch immer die am häufigsten verwendete Reaktion, die neuen emotionalen Reaktionen wurden dagegen nur insgesamt 579 Mal genutzt – am häufigsten das Love. Schaut man sich die Top 10 der Facebook-Karriereseiten im Detail an, so fällt auf, dass die Anzahl der Beiträge sehr variiert – zwischen 10 und 42 Posts je Seite, im untersuchten Zeitraum. Das bedeutet, im Durchschnitt wurden je Karriereseite zwischen 0,3 und 1,1 Beiträge pro Tag veröffentlicht.
Auswertung
Das wirkt sich natürlich auch auf die Reaktionen aus. Die sehr stark variierende Anzahl der Reaktionen (zwischen 421 und 8.979) lässt zudem darauf schließen, dass einige Betreiber ihre Posts bewerben, mit unterschiedlichen Budgets und damit natürlich auch unterschiedliche Reichweiten erzielen.
Was lernen wir daraus?
Klar, diese Auswertung ist nicht repräsentativ, lässt aber dennoch schon wichtige Schlüsse zu. Der Content auf dein einzelnen Seiten ist zu nüchtern, wir brauchen mehr Emotionen, mehr Geschichten aus den Unternehmen. Denn genau das ist der Content, den die User anschauen, darauf reagieren und auch teilen – das ist der Content, der hohe Reichweiten und damit auch Aufmerksamkeit erzeugt. Die Auswertung von Fanpage Karma zeigt, dass die Art der Reaktionen zukünftig bei der Contenterstellung berücksichtigt werden muss – Content sollte emotional sein, am besten Love- und Haha-Reaktionen erzielen.
Ein Blick in die Zukunft
Emojis sind weiter auf dem Vormarsch. Anfang März wurde sogar die erste auf Emojis basierende Programmiersprache veröffentlicht – Emojicode. 😳  Kein Witz! Statt mit Wörtern, lässt sich Software nun auch mit Emojis entwickeln. 👍🏻🤘🏻 Die Codes sehen auf jeden Fall auf den ersten Blick interessant aus. Schauen wir mal, ob es sich durchsetzt. 🤔
Zukünftig werden Emojis auch im Recruiting eine immer wichtigere Rolle spielen. Schon bald werden sich Kandidaten mit EmoCVs bewerben. Das sagt zumindest das „Spekulative Glossar“ voraus. Schauen wir mal, wo uns die gelben Gesichter zukünftig noch überall begegnen werden.

Photo by We Are Social

2 Kommentar

  1. Sehr interessante Grafik was die Verteilung der Reaktionen auf Karriereseiten betrifft. Mir fällt auf, dass die Bundeswehr hier am besten abschneidet, obwohl man von allen Beispielen dort am wenigsten erwarten würde, dass aufgrund der eher informativen Posts mit vielen Emojis reagiert wird. Erstaunlich ist, dass bei den Automarken bis auf Audi kaum emotionale Reaktionen zu sehen sind und selbst die Deutsche Bahn hier klar vorne liegt. Dabei ist bei Autos die Möglichkeit des emotionalen Marketings doch am größten und man sieht, dass hier das Potential bei weitem nicht ausgeschöpft wird. Ich finde die Option jedenfalls gut, auch wenn es gerade für Unternehmen ohne eigene Produkte schwierig sein dürfte, kontinuierlich Inhalte mit emotionalen Reaktionen zu produzieren.

    • Absolut, es besteht auf jeden Fall noch großes Potential, das momentan, so scheint es, verschenkt wird. Schaut man sich die Inhalte der Seiten an, wundert es auch nicht, dass diese kaum Emotionen auslösen.

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