Employer Branding? Bla, bla! Es gibt in Deutschland kein Unternehmen mit einer echten Arbeitgebermarke.

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Die Veranstaltungen “Die Rendite des guten Rufs.” in Hamburg und Düsseldorf (s.u.) waren spannend und haben mir jede Menge neuer Impulse geliefert. Ein Statement von Herrn Prof. Beck empfand ich als besonders interessant: “Es gibt in Deutschland kein Unternehmen mit einer echten Arbeitgebermarke.”



Puh, dachte ich, irgendwie hatte ich ja auch schon immer dieses Gefühl, ich meine, dass dies so sei, aber diese Aussage von dem absoluten Experten noch einmal zu hören … spannend!

Um diese Behauptung ein wenig klarer zu machen, schlug Prof. Beck ein Experiment vor: “Versuchen Sie sich mal die Unternehmens-, und Produktmarken von einem Unternehmen wie Audi wegzudenken, das was dann übrig bleibt, das ist die Arbeitgebermarke.



Neugierig habe ich mich letzte Woche dann doch noch mal auf den Weg begeben und recherchiert. Und tatsächlich, wir sind in Deutschland noch weit davon entfernt, erfolgreich Employer Brands aufgebaut zuhaben.



Bei meiner kleinen “Pi-mal-Daumen” Unersuchung habe ich mich zunächst gefragt, was Marken eigentlich ausmacht und bin auf die folgenden handelsüblichen Stichpunkte gekommen:

• Erkennbare Relevanz
• Kosten – Nutzen
• Differenzierung
• Kernkompetenz/USP

Im Anschluss habe mir – vor dem Hintergrund eben genannter Stichpunkte – die Websites vieler Unternehmen aus dem großen Mittelstand und von DAX Unternehmen angesehen und die Texte untersucht, in denen die sog. “Employer Brands” beschrieben werden. Was soll ich sagen? Was ich gefunden habe, dass waren vielfach pauschale Beschreibungen, austauschbar und langweilig.



Ein paar Beispiele aus den Rubriken “Wen wir suchen”, “Über unsere Mitarbeiter” o.ä..

“Internationalisierung, Produktivitätserhöhung und Steigerung des Unternehmenswertes – das erreichen wir nur mit qualifizierten, motivierten und engagierten Mitarbeitern. Deshalb fördern wir Sie systematisch und orientiert an den strategischen Zielen sowie an den Bedarf des Unternehmens.“



“Sich auf diesem Erfolg auszuruhen, kommt für XXX aber nicht infrage. Im Gegenteil, der Konzern bleibt in Bewegung, um seinen Wert weiter zu steigern. Dafür sucht er Menschen, die den Mut haben, neue Wege einzuschlagen.”






“Wertorientiertes Handeln setzt unternehmerisches Denken voraus. Wer diese Stärke mitbringt, bekommt von XXX vielfältige Karrierechancen – sowohl in der Führungsholding als auch in den Unternehmensbereichen. Das Spektrum an Geschäfts- und Tätigkeitsfeldern ist sehr breit. Hinzu kommt die Perspektive, international zu arbeiten. Bei XXX erhalten Mitarbeiter den Freiraum, den sie brauchen, um sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln. Und sie werden dabei aktiv gefördert.”



”Innovative, zielstrebige und engagierte Menschen können bei XXX die Karriereleiter bis ganz nach oben erklimmen. Denn Führungspositionen besetzt der Konzern bevorzugt aus den eigenen Reihen. Im regelmäßigen Dialog mit Ihrem Vorgesetzten planen Sie die nächsten Schritte – abgestimmt auf Ihre Fähigkeiten und Interessen. …”



„Der Erfolg von XXX wird getragen von sehr gut ausgebildeten und motivierten Mitarbeitern, die mit großem persönlichem Engagement auf hohem Wissenstand selbstverantwortlich arbeiten, ihre Ideen einbringen und nachhaltige Lernbereitschaft sowie Veränderungsfähigkeit besitzen.“

“Zur Unterstützung unserer Mitarbeiter setzen wir moderne Informations- und Kommuni-kationstechnologien ein. Darüber hinaus investieren wir intensiv in die Weiterentwicklung und Fortbildung unserer Mitarbeiter.“



„Diese Voraussetzungen sowie der Einsatz von Zielvereinbarungs- und Beurteilungsgesprächen, verbunden mit einer erfolgsabhängigen Vergütung und einer schnellen Entscheidungsfindung dank flacher Hierarchien, führen dazu, dass (das Unternehmen) für die Zukunft gut gestärkt ist.“



„Unser Erfolg ist eng verknüpft mit der Leistungsbereitschaft unserer Mitarbeiter, ihrer Kreativität, ihrer fachlichen und persönlichen Kompetenz. Mit ihren Ideen bilden Sie die Basis für Veränderungen und unseren weiteren Wachstumsprozess. Wir fordern und fördern sie und haben den Anspruch, die jeweils Besten zu gewinnen und für das Unternehmen begeistern zu können. Dabei schafft unsere offene, auf gegenseitigem Vertrauen basierende Unternehmens-kultur die Rahmenbedingungen für ein wirkungsvolles Miteinander.“



”Unser Ziel ist es, Fach- und Führungskräfte zu gewinnen, weiterzuentwickeln und langfristig an das Unternehmen zu binden. Wir schaffen Instrumente, die zu unternehmerischem Handeln anregen, die Leistung honorieren und dabei die Leistung jedes Einzelnen berücksichtigen und fördern. Dazu haben wir unsere weltweiten Personalentwicklungsaktivitäten ausgebaut und standardisiert. Neben Mitarbeiter- und Beurteilungsgesprächen berücksichtigen wir auch, soweit möglich, individuelle Karriereplanungen – gemäß dem Motto „Wir fördern, fordern aber auch.“



”Die Arbeit in unserem Unternehmen ist mehr als ein „Job“. Das Engagement jedes Einzelnen, sein Wissen und seine besonderen Fähigkeiten im Team und in der eigenen Arbeit sind gemeinsam mit unseren Ideen das wichtigste Kapital im Wettbewerb. Unsere Führungsgrundsätze beruhen daher auf den Prinzipien der Delegation von Verantwortung und der vertrauensvollen Zusammenarbeit.”



Ich frage nun meine kleine Leserschaft: “Sind dies nicht pauschale Beschreibungen, austauschbar und langweilig? Könnten diese Beschreibungen nicht auf fast jedes größere Unternehmen passen? Können sich Unternehmen mit solchen Aussagen differenzieren?

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