Mein Freund, die Arbeitgebermarke

Die frechsten Fragen zum Recruiterslam // TOBI UND MICHAEL IM INTERVIEW

Man, man, man, ja ist denn schon wieder Recruiterslam? Ja! Im November ist es wieder soweit! Am 14.11. findet wieder das große Meet and Greet der HR Poeten in Stuttgart statt und ich kann nur sagen, wer das verpasst ist selber schuld.

Jetzt ist schon viel über den Recruiterslam in Stuttgart geschrieben und gesagt worden … ABER diese Fragen hat noch nie jemand gestellt … versprochen!

Hallo Michael, sorry wenn meine Fragen jetzt sehr direkt sind. Ach, mir doch egal. Ich frage dich jetzt einfach: Wie kann es sein, dass du ein Recruiterslam organisierst und bisher nicht eine Zeile abgeliefert hast? Wann kommst du in die Bütt und präsentierst uns dein Inneres zum Thema HR in prosaischer Form?

Ach, jeder der mich kennt, weiß die Antwort doch schon selbst: ich bin eigentlich ein sehr zurückhaltender, schüchterner und eher nicht so auf Öffentlichkeit bedachter Mensch und daher ist es besser und auch folgerichtig, dass andere Personen hier in die Bütt gehen.

Aus anderer Perspektive habe ich auch genug mit der Orga zu tun, und ich glaube einfach und merke es an euch und bekomme auch die Rückmeldungen, dass ein Text für den RecruiterSlam, auch wenn er nur 6 Minuten lang ist, herausfordernder scheint, als ein Fachvortrag, den wir sonst so halten. Also hab ich da einfach keine Zeit und auch nicht den Kopf dafür.

Oder ich könnte es auch so sagen: Ein erfolgreicher Falke verbirgt seine Krallen.

Wer’s nötig hat, was er kann, zu zeigen,
statt mit Understatement zu schweigen
der macht sich nicht nur unbeliebt
sondern zeigt, dass er echte Erfolge nicht kriegt…

(von Simon Marius)

… enthält in Teilen Spuren von poetischer Satire 😉

Lieber Tobi, jetzt mal ehrlich, kann Recruiterslam eigentlich jeder oder glaubst du, es bedarf besonderer Kompetenzen? Was ist das Basische, was ein/e Slammer*in braucht und was macht ihn/sie zum/r Poetryslam-Helden*in?

Ganz ehrlich – nein es kann nicht jeder auf die Bühne und einen Text vortragen. Dazu muss eine Slammerin oder ein Slammer gewisse Voraussetzungen mitbringen und ich spreche jetzt nicht von der kreativen Ader oder der Fähigkeit, Gedanken in einen funktionierenden Text fließen zu lassen, am besten noch in Reimform oder verzückender Prosa. Eine Slammerin oder ein Slammer muss den Mut haben, die eigenen Ideen, Ansichten oder Visionen auf Papier zu bringen und diese mit Leidenschaft und Überzeugung, gewürzt mit ein bisschen Selbstdarstellungsdrang (im positiven Sinne wohlgemerkt) und Siegeswillen – natürlich maximal getrimmt auf das Publikum – zu performen. Denn die eigenen, persönlichen Gedanken einer unbekannten Öffentlichkeit Preis zu geben und dabei noch in einem Wettbewerb zu stehen, bedarf einigem an Überwindung und Überzeugung.

Hand auf dein Herz. Glaubst du, einer unserer Slammer*innen hätte auch eine Chance auf einen normalen Poetryslam, also zu gewinnen? Wem würdest diesen Schritt zutrauen? Welches Event ist für Quereinsteiger*innen das Richtige?

Das ist ja mal ne Frage! Grins. Nun prinzipiell, warum nicht! Wir veranstalten jetzt den 4. Recruiter Slam und ich muss mit Hochachtung gestehen, dass das Niveau der Beiträge von Mal zu Mal gestiegen ist. Unter den Slammerinnen und Slammern konnte ich auch wahre Talente entdecken, die mit Sicherheit bei einem „normalen“ Poetry Slam durchaus Chancen hätten. Namen nenne ich fairerweise natürlich nicht. Du magst mir das nachsehen.

Es kommt, wie gesagt, auch sehr auf die Performance eines Vortrags an, unabhängig von der inhaltlichen Qualität. Sprich, wenn Du Dich top präsentierst, ist oft die Message nicht das Wesentliche… Hart, aber so ist die Wahrnehmung. Und hey, alle HR-Slammerinnen oder Slammer haben bei meinem Wortkonzert – der Poetry Slam in Biberach – immer einen Startplatz frei! Gibt Fahrtkosten, Hotel und eine geile After-Show Party! Come on!

Michael, die Konferenzen und das Entertainment im HR-Bereich hat sich – auch dank deiner Veranstaltung – steil verbessert. Aber wie siehst du die Perspektiven? Wo stehen wir in 20 Jahren mit solchen Formaten? Schicken wir dann die Chat-Bots auf die Bühne?

Oha! Ich hoffe doch nicht! Auf jeden Fall hoffe ich, dass sich die Veranstaltungsflut wieder ein wenig legen wird und ggf. auch dann Qualität vor Quantität gilt. Denn zu viele Veranstaltungen bringen halt auch nix, wenn die Grundgesamtheit der Teilnehmenden ungefähr gleich bleibt. Neues sehe ich wenig. Es wird bunter, schriller, pompöser – das ganze Drumherum wird zur Zeit aufgemotzt und die Inhalte bleibe in der Regel gleich. Das wird sich, denke ich, immer ändern und auch in 20 Jahren wird irgendwas gerade „in“ sein. Die ersten Konferenzen wurden übrigens schon von einer KI moderiert, da müssen wir also gar nicht mehr so lange warten. Aber ich finde auch, es wurde und wird besser und bin froh drüber und gehe auch gerne zu HR-Veranstaltungen und werde dies auch weiterhin tun.

Ich dank euch zwei!

Wir sehen uns! Ich freue mich!

Über den Autor

Jannis Tsalikis

"Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Nach einer Weile braucht er einen Drink!" (Woody Allen)

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