Der Cyborg-Mitarbeiter – Was Big Data in naher Zukunft aus uns macht

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von Jannis Tsalikis

Wenn man über die Zukunft nachdenkt, dann kann einem manchmal mulmig werden. Zumindest, wenn man in einer Zeit geboren wurde, wo man auf der Suche nach einem funktionierenden Münztelefon schon mal verzweifeln konnte und “Navi” ein unbekanntes Wort war. 

Der spannende und äußerst lesenswerte Time Artikel “How Apple Is Invading Our Bodies“ gab mir den Anstoß (siehe auch Motiv). Wenn bereits heute Menschen sich intensiv über die sozialen Netzwerke austauschen und auch Mitarbeiter untereinander kommunizieren, wie sieht dann die Zukunft aus?

In meinem letzten Job konnte ich meinen Chef Wigan Salazar immer über Foursquare finden, wenn ich ihn suchte. Auf endomondo.com kann ich mich mit meinen Freunden über meine Fitness austauschen. Auch unter Kollegen. Das alles ist heute noch immer irgendwie neu, aber was, wenn das Teilen solcher Informationen zur Normalität wird? Private Bilder in Facebook oder anderen Netzwerken hochladen ist heute auch nichts wirklich besonderes mehr.

Die Time schreib zwar “Smartphones create needs we never had before, and were probably better off without”. Aber wer weiss am Ende schon, wie abhängig oder unabhängig die Menschen zukünftig sind? 

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Wie bereits heute Informationen im HR Bereich gesammelt und ausgewertet werden, das kann man an verschiedenen Beispielen sehen, z.B. bei XING – hier finden wir Unternehmensdaten (die ja eigentlich wirklich geheim sein müssten) in der Übersicht …

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z.B. karista.de, hier werden Facebook Daten ausgelesen und gezeigt, was in den jeweiligen Unternehmen für Musik gehört und was für ein Filmgeschmack vorherrscht.

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Was wäre also möglich, wenn es genauso viele Smartwatch Nutzer gäbe, wie heute Smartphone Nutzer?

Wir würden automatisch immer online sein und pausenlos unsere Daten sharen, oder? Und wahrscheinlich in allen Details. Wie lange wir geschlafen haben (und wo), wann wir aufgewacht sind, wann wir besonders konzentriert waren und wann wir im Stehen geschlafen haben. Informationen, die so mancher Personaler vielleicht schon heute gerne mal hätte. Ein Albtraum nicht nur für die Betriebsräte. Die noch kleine Gemeinde der Cyborg-Fans rätselt bereits heute, wem die Daten an der Grenze zwischen Mensch und Maschine eigentlich gehören. 

Doch aus meiner Sicht ist die Tendenz eindeutig. Wir haben das schon viele Male erlebt: Erst kommt die neue Technik, dann der Aufschrei der ängstlichen Bewahrer, dann werden erste Erfahrungen in der Gesellschaft gemacht und schließlich wird das Neue zur Normalität. Buch, Radio, Telefon, Fernseher, die privaten Sender, Handy, Computer, Internet, Laptop, Smartphone … Wearable / iWatch … 

Es wäre es nicht auch ganz praktisch, wenn ein System auslesen könnte, wie fit oder müde die Belegschaft ist und entsprechend Lichtverhältnisse im Raum oder der Monitore automatisch verändert würden? Bei Feststellung einer Unterzuckerung kümmern sich dann gleich die Feel-Good-Manager und stellen dem betroffenen Mitarbeiter Kekse und Kaffee hin. Die Kamera des Laptops könnte die Wimpernschläge pro Minute zählen und irgendwo kombiniert ein Programm diese Information mit Puls etc. und dann poppt ggf. eine Nachricht auf dem Desktop auf, mit der Empfehlung eine Pause an der frischen Luft oder eine sportliche Entlastungsübung zu machen.

Was glauben Sie? Eine realistische Zukunft?

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