Brand, Bekanntheit, Reputation, Image – Ist doch alles das gleiche. Oder nicht?

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von Ralf Junge

Dass es noch immer keine Einigkeit darüber gibt, was Employer Branding meint, zeigen Beiträge, Artikel und verschiedene Kommentare zum Thema. Zuletzt auch der Online Marktplatz kalaydo, der herausgefunden haben will, dass die Arbeitgebermarke keine Rolle bei der Bewerbung spielt. Daraufhin hieß es in der Berichterstattung ganz reißerisch, dass Employer Branding keine Rolle mehr spiele. Weiterhin besagen die Ergebnisse, welche Kriterien ein Unternehmen zu einem begehrten Arbeitgeber machen. Nämlich die Vereinbarkeit von Beruf & Familie, spannende Aufgaben und ein attraktives Gehalt. Wichtigste Informationsquellen sind die Website, Onlinejobbörsen und Erfahrungsberichte. Ähm, gehört das denn nicht zum Employer Branding, also zur Ausbildung der Arbeitgebermarke hinzu?

Also ich lese aus den Ergebnissen heraus, dass lediglich die Bekanntheit des Arbeitgebers eine eher untergeordnete Rolle spielt. Naja, das müssen wir ja nicht ganz so genau nehmen – Marke, Image, Bekanntheit, Reputation ist ja irgendwie alles das gleiche, oder?…

Eben nicht! Diese Studie zeigt mir vor allem eines: selbsternannte Experten, die nicht einmal ein Grundverständnis für Marketing und Markenkommunikation haben, sollen doch bitte endlich die Finger von dem Thema lassen!

Ein sensibles und wichtiges Thema

Ich habe einfach mal mit wirklichen Experten gesprochen, die sich dem Thema bereits länger widmen: das Marktforschungsinstitut trendence. Claudia Kelz ist dort Direcor of Customer Relations und gibt Aufschluss:

„Eine gute Employer Brand gibt den Bewerbern Antworten auf genau die Fragen, die für sie bei der Entscheidung für oder gegen einen Arbeitgeber entscheidend sind. Sie veranschaulicht wichtige Faktoren wie Arbeitsaufgaben, Entwicklungsmöglichkeiten und Führungskultur im Unternehmen – um nur drei der wichtigsten Faktoren zu nennen. Employer Branding ist aber auch ein strategischer Prozess. Er zwingt die Unternehmen, sich genau mit den Bedürfnissen ihrer Bewerber und Mitarbeiter auseinanderzusetzen und gibt so wertvolle Rückmeldung an die HR- und Unternehmensleitung: Wo muss der Arbeitgeber einfach mehr über die eigenen Stärken sprechen? Und in welchen Bereichen müssen sich Unternehmens- und Personalführung ernsthaft verbessern?“

Achso. Gut zu wissen. Danke Claudia.

Liebe Kollegen von kalaydo und alle anderen Unwissenden: bitte informiert euch über das Thema. Employer Branding ist ein sensibles Thema für Unternehmen, bitte behandelt es auch dementsprechend behutsam und vorsichtig. Es geht schließlich um das wichtigste, was ein Unternehmen hat – die Mitarbeiter.

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