Arbeiten 4.0 ist nicht heute, sondern frühestens übermorgen!

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Meinung zur Blogparade des HRM EXPO BLOG:

Arbeiten 4.0? Arbeiten 4.0 hat wohl eher noch 10 bis 15 Jahre Zeit.

Noch immer sind ganze Landstriche von Internet und Mobilfunk quasi ausgenommen und schlichtweg nicht erreichbar (es sei denn es ist zufällig noch ein Postbote vor Ort). Und selbst wenn es so ist, wie im Video, und ein Großteil der (potentiell) erwerbsfähigen Menschen sind heute auf irgendwelchen Netzwerken zugegen, was bedeutet das für die Nutzung dieser Social Networks? Die Wahrheit ist: Auf XING sind gerade mal 10% der Nutzer wirklich aktiv (Quelle: absatzwirtschaft). Und die Personaler? Licht und Schatten. Viele Personaler sind auf sehr gutem Weg. Sie organisieren ihr internes Enterprise 2.0 und kümmern sich um schnelle, digitale Recruitingprozesse. Die Mehrheit befindet sich jedoch immer noch völlig im digitalen Schatten. „Ello, ello?“

Bei allem Mut und Interesse an den neuen Möglichkeiten, wie zum Beispiel dem Thema „Augmented Reality“ oder jetzt aktuell in aller Munde, dem Thema „Virtual Reality“ stellt sich die Frage: Wozu das alles? Bringen diese Tools uns die Bewerber? Machen diese Tools aus Kandidaten, Mitarbeiter? Wohl kaum!

Fazit: Digitalisierung ist nicht alles und nur eine von vielen Treibern die unsere Welt laaaangsam verändern. Das alles geht so langsam von statten, dass hier niemand Angst haben muss, den Zug zu verpassen. Don’t worry!

Das gleiche gilt meines Erachtens für den im Rahmen „Arbeiten 4.0“ verkündeten Wertewandel. Übrigens mehrfach in seiner ganzen epischen Breite im Zusammenhang mit der Gen-Y- und Gen-Z-Debatte diskutiert.  Der Wertewandel findet jedoch nicht singulär in einem Jahrgang statt oder so. In der Gesellschaft bewegt sich was. Aber auch nur gaaaanz langsam. Die damit verbundene immer wieder betonte Work-Life-Balance ist hier nicht das Allheilmittel für die Attraktivität eines Arbeitgebers, noch für das Retainment. Längst ist klar, auch Home-Office wird sich weder kurzfristig noch mittelfristig flächendeckend durchsetzen (Quelle: Welt).

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Fazit: Der demographische Wandel findet statt und ein spürbarer Wertewandel hält Einzug. Aber kein Grund zur Panik, sondern zum Pragmatismus. Zeit für eine vernünftig geplante kurzfristige, mittelfristige und langfristige Strategie für die Personalarbeit.

Die vermeintlich für unser HR-Business relevanten Trends klaffen mit der Realität deutlich auseinander. Ist „Arbeiten 4.0“ also wieder nur eine neue Sau, die zu unrecht durch das Dorf getrieben wird? Nein, wir brauchen immer weiter neue Anregungen und HR soll und muss sich weiter inspirieren lassen. Wer, wenn nicht wir? HR?

Das heißt jedoch nicht, dass wir uns verrückt machen müssen. Arbeitgebermarkenfreunde halten es mit Thomas Eggert, der zurecht behauptet, erst sei die „Pflicht und dann die Kür“ zu tun.

2 Kommentar

  1. Hallo Jannis,

    da kann ich nur zustimmen und danke für’s zitieren – aber meine Aussage ist eigentlich „erst die Pflicht, dann die Kür“ 😉

    Thomas

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