Zurück in die Karrierezukunft // Heute: Rebecca

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Eine kleine Reihe über gute Freundinnen aus der 7. Klasse und was aus ihnen geworden ist.

In der Schule waren wir eine unzertrennliche Fünfer-Clique und haben jede Pause gemeinsam gespielt und gequatscht, unseren blauen Lidschatten korrigiert und gemeinsam für Klausuren gebüffelt. Natürlich kennen wir uns sehr gut und wussten vielleicht implizit schon länger, wer vielleicht eher in Chemie glänzt und wer bei der Interpretation von Nachkriegslyrik erfüllt über sich hinauswächst (Spoiler-Alert: Keiner von uns. Es tut mir Leid, Frau Stöwe!). Wir haben immer noch Kontakt, spätestens wenn wir uns um die Weihnachtszeit alle gen Heimat auf den Weg machen.

Da ich mich in meinem Beruf viel und leidenschaftlich mit dem Thema Arbeit beschäftige, interessiere ich mich natürlich dafür, wie der Alltag von meinen Freundinnen heute aussieht und was in ihnen die Leidenschaft weckt. Sie waren gleich an Bord und haben mir für die kurzen Interviews zugesagt – auch wenn meine Fragen nicht zimperlich ausgefallen sind.

Heute: Rebecca // Assistenzärztin Gynäkologie

Momentan wird über eine Männerquote im Arztberuf und über eine Abschaffung des NCs für das Medizinstudium diskutiert.Etwa 65% aller Medizinstudentinnen sind heute weiblich, was auch an den besseren Abiturnoten liegen könnte. Auch im Arztberuf verdienen Frauen durchschnittlich 25% weniger als ihre männlichen Kollegen. Dabei konnten einige Studien belegen, dass Frauen die besseren Ärzte sind: Laut einer Zusammenfassung von welt.de beraten sie ausführlicher, kommunizieren besser und halten sich enger an klinische Vorgaben. Fragen wir doch mal Rebecca, wie ihr Berufsleben so aussieht:

Yvonne: 24h Stunden Schichten, blaue Kittel, hässlicher Teppich, jammernde Damen und weinende Babys. Hört sich nach einem Traumjob an. Ist das dein Alltag?

Ein bisschen von allem 🙂
An den Teppich kann man sich gewöhnen, die Babys werden in der Regel durch Eltern oder die Schwestern versorgt, blaue Kittel haben wir nur im OP und jammernde Damen unter der Geburt werden großenteils durch die Hebammen versorgt. Bleiben also die 24-Stunden-Schichten, daran die zu verkürzen arbeiten wir gerade…

Wirst du oft für eine Krankenschwester gehalten? Wie reagierst du dann darauf?

Inzwischen nicht mehr. Im PJ war dies jedoch Standard. Zwischen „Schwester“ und „Frau Doktor“ scheint es nicht viel zu geben. Ansonsten einfach trotzdem freundlich antworten 🙂

In der Regel ist es in den Krankenhäusern doch so, die Frauen haben so gut wie keine Chance Oberärztin zu werden (egal wie gut sie sind), während die Jungs nur ein wenig klüngeln müssen. Woran liegt das?

Aufgrund des Aännermangels in der Frauenheilkunde hat man auch als Frau berechtigte Chancen Oberärztin zu werden. Mein alter Chef hatte selbst fünf Kinder. Da ist dann automatisch etwas mehr Verständnis für Familie und Teilzeit Beschäftigung vorhanden.

Hat man als Ärztin eigentlich überhaupt mal Freizeit, ich meine, bei Kaffeekränzchen oder Partys wird man doch bestimmt ständig mit den Wehwechen von der gesamten Bekanntschaft genervt, oder?

Stimmt. Gerade die Gynäkologie und Geburtshilfe bietet Raum für viele peinliche Fragen sowohl von Freunden als auch Fremden. Im Zweifel gilt sachlich bleiben, die Fragen beantworten und dann das Gespräch wieder auf etwas anderes lenken.

Was erfüllt dich in deinem Beruf? An welchem Punkt hast du vielleicht ein Flow-Gefühl und wirst richtig leidenschaftlich / glücklich?

Ich mag in meinem Beruf die Vielseitigkeit. Er beeinhaltet alles vom Lebensanfang bis Lebensende eines Menschen.
Eine schöne Geburt und glückliche Eltern hinterlassen immer ein Flow Gefühl. Dies und Patienten, die Wertschätzung ausdrücken, zeigen mir auch in harten Diensten nachts um drei, dass es der Beruf ist, den ich mein Leben lang ausüben möchte.

Vielen Dank für das Interview!

Und so sieht Rebecca heute aus:

 

 

 

 

Wenn ihr den ersten Teil über Anne, Justiziarin im Umweltrecht, verpasst habt, könnt ihr ihn hier nachlesen. Um das Interview mit Viviane zu lesen, die als Gymnasiallehrerin für Biologie und Chemie arbeitet, klickt hier. Patricia arbeitet als Chemieingenieurin im Rußwerk und hier findet ihr das Interview mit ihr.

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