Schulen und Universitäten sind an der Misere in den Personalabteilungen schuld! Und das sagt Prof. Wald dazu …

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Zur NWX 2018 durfte ich Teil eines super spannenden Panels sein und vorab auch ein persönliches Statement in die Welt rufen. Und weil das Thema des Panels:“ Brauchen wir noch Personalabteilung?“ war, habe ich dann wie folgt – äh – polarisiert: „In Schulen und Universitäten wurden jahrzehntelang nur Inhalte gelehrt, nicht Empathie und Reflexion, nicht Mut zum Scheitern und nicht Kreativität, das ist im HR Bereich heute unser Dilemma!“ Ist doch war! Oder nicht? Im Nachgang habe ich Prof. Peter Wald gefragt, was er von meinem Statement hält …

Prof. Peter Wald ist seit 2009 Professor für Personalmanagement an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig und war zuvor von 2003-2009 Professor am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden (FH). Vor seiner wissenschaftlichen Karriere, war er viele Jahre als Personalleiter für  IT-Services and Solutions GmbH in Chemnitz, Stadt- und Kreissparkasse in Leipzig und Acerplan Planungsgesellschaft mbH in Halle an der Saale tätig. Er ist seit 2012 Teil der lebhaften Barcamper Community rund um das HR BarCamp in Berlin und bloggt auf Leipziger HRM Blog.

Hallo Peter, ich habe behauptet, dass in Schulen und Universitäten jahrzehntelang nur Inhalte gelehrt wurden, nicht Empathie und Reflexion, nicht Mut zum Scheitern und nicht Kreativität und eben das sei im HR Bereich heute unser Dilemma. Kannst du da mitgehen?

Dies ist vielerorts nach wie vor so, aber in den letzten Jahren gibt es zunehmend Anstrengungen, auch die soziale Kompetenz zu vermitteln. Dafür greifen die Universitäten und Hochschulen zum Teil auf neue Ausbildungs- und Trainingsformate zurück. Dies hängt aber sehr oft von der Initiative der jeweils Lehrenden ab, die dabei verständlicherweise auf ihre persönlichen Erfahrungen zurückgreifen. M.E. lohnt es sich, hier systematischer als bisher vorzugehen und frühzeitig den Kontakt mit der Praxis zu suchen.

Wie trainierst du deine Studenten, damit sie optimal für ihre Karriere gewappnet sind?

Erst einmal gibt es meiner Hochschule für alle Studierenden meiner Fakultät sowohl ein verbindliches Kommunikations- und Praxistraining als auch außerfachliche Angebote im Rahmen des studium generale. In meinen Lehrveranstaltungen versuche ich nicht nur klassische Inhalte zu vermitteln, sondern fordere nachdrücklich dazu auf, neue Medien für die Recherchen und vor allem gemeinsame Arbeit zu nutzen. Mein Ziel ist es, Formen kollaborativer Zusammenarbeit bereits im Studium erlebt zu haben. Bei Präsentationen von Arbeitsergebnissen gibt es selbstverständlich auch ein Feedback zu außerfachlichen Aspekten. Auf Nachfrage gebe ich gern persönliche Hinweise zum Beispiel für Bewerbungen oder Karrieretipps.

Gibt es Methoden, die in den Hochschulen angewandt werden sollten, um die künftigen Personaler fitter für den stetigen Wandel und die Human Resources Arbeit zu machen?

Einige der Methoden habe ich bereits erwähnt. Ich denke, dass für die Vermittlung und das „Ausprobieren“ sozialer Kompetenzen unbedingt mehr Zeit eingeplant werden muss. Die Vermittlung dieser Kompetenz sollte systematisch erfolgen und unbedingt neue Lernformate bzw. neue Medien einbeziehen. Letztlich muss es m. E. darum gehen, bei den Studierenden die für die Zukunft wichtige persönliche Veränderungsfähigkeit und -bereitschaft zu entwickeln. Ich habe dies für (junge) Personaler einmal mit dem Begriff DEMut zusammengefasst. Darunter ist Digitale Kompetenz, Empathie und der Mut neue Dinge anzupacken bzw. auszuprobieren zu verstehen.

Lieber Peter, ganz herzlichen Dank für deine Zeit!

 

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