SLOW DOWN 2019: Wie wir im HR mehr schaffen, wenn wir weniger tun!

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Das ist was Persönliches …

Eigentlich ist es zu spät für ein Review 2018. Aber es ist nie zu spät aus Fehlern zu lernen. Vielleicht ist es nur self-fulfilling-prophecy, vielleicht ist es selektive Wahrnehmung oder einfach nur Pech. Mein Eindruck von 2018 ist: Es war ein außerordentlich schnelles Jahr. Gerade hatte es angefangen, war es auch schon wieder vorbei (das erklärt auch die wenigen Blogbeiträge in diesem Jahr!). Und es ist schon erstaunlich, wie viel gequirlte Sch*** in so einem Jahr passieren kann. Und damit meine ich nicht nur die Trumps & Co; wir können vor unserer Haustür auch jede Menge Blödsinn anstellen (Berliner Schulpolitik als jüngstes Beispiel). Aber hey, das hier ist ja ein HR Blog und ich muss mich „Hallelujah!“ Gott sei dank, nicht mit Politik bzw. nur peripher damit beschäftigen.

Für mich war 2018 HR technisch ein Jahr des inhaltlichen Stillstands. Selbst die absoluten Buzz-Themen des Jahres: Big-Data und HR Analytics, Active Sourcing (jetzt aber richtig), Matching-Tools, HR Start-ups so allgemein, Employer Branding so allgemein, DSGVO … hab ich was vergessen? Egal, denn all diese Themen hatten wir schon in 2017.

Neu war so eher dieses eine Gefühl. Gefühlt hatte niemand Zeit. Alle mega im Stress. Termine, Termine, Termine. Und viele meiner HR Kollegen waren in ihrem Berufsalltag so halb da und so halb in der Kabine. In den wenigen Kaffeekränzchen mit meinen HR Kollegen wurde oft geklagt und ja ich hab manchmal mitgemacht: Ich kann nicht mehr, wir drehen uns im Kreis, die Geschäftsleitung will alles, wir haben nur keine Ressourcen, „fuck!“ die Plattform Integration kostet mich den letzten Nerv und wir werden und werden nicht fertig und so weiter.

Die VUCA-Welt hat sich wie ein Raubtier in mein Leben geschlichen.

Es ist klar, es ist die VUCA-Welt – sie fordert ihren Tribut! Aber sie hat sich wie ein gemeines Raubtier in mein Leben geschlichen. Zumindest hab ich sie bisher nicht gemerkt. Aber wenn man die eingerosteten Sinne weckt und genau hinschaut, dann sind die Symptome eindeutig zu erkennen. Alle wollen immer schneller immer mehr Ziele gleichzeitig erreichen. Viele HR Kollegen sind jedoch schon an ihrem Limit angelangt und scheitern viel zu regelmäßig. Das ist frustrierend. Viele fühlen sich als als würden sie im Sumpf der Projekte langsam untergehen und mit jedem verzweifelten Strampeln sinkt man immer tiefer. Wie kann man dem sicheren Tod jedoch entrinnen?

Ebenso, wie man dem Sumpf entrinnt. Zunächst erst mal nichts tun. Durchatmen. Sich auf seine Stärken konzentrieren. Nach dem einen Grashalm suchen, an diesem nicht irgendwie zerren, sondern langsam, mit Sinn und Verstand, Schritt für Schritt herausarbeiten.

Ich weiß nicht, wie es euch geht Freunde, aber ich hatte noch nie so viele Projekte und Stakeholder, wie im letzten Jahr. Wir wollten alles schaffen. Und ja, wir haben sehr viel erreicht. Aber der Preis war hoch und manches musste doch auf dieses Jahr geschoben werden. In diesem Sinne „Hallo!“ 2019. Ich freue mich auf dich! Aber ich werd einiges anders machen. Denn weniger ist mehr (und viele so gäääähn!). Es ist jedoch was anderes, das zu sagen, als diese Erkenntnis auch zur Maxime des Arbeitsalltags zu machen. Weniger Themen pro Quartal, Fokus auf weniger Projekte pro Monat und als Belohnung die 100% Sicherheit, dass die Ziele auch erreicht werden – und das, ohne das Gefühl völlig auf dem Zahnfleisch zu gehen. Das geht. Und es ist so einfach. Kein Coaching, kein Agile-Gedöns, nix Neues. Nur überlegter die Prioritäten gesetzt und eine realistische Zeitplanung (mit Puffer).

Also, so werd ich das zumindest in 2019 machen. Und während ich jetzt mit dem gezähmten VUCA-Tier auf meinem Schoß überlege, was ich in Q2 so machen will und gleich noch mit meinen Kids ein Brettspiel spiele, könnt ihr euch noch mein Podcast anhören, den XING mit mir gemacht hat. Ein tolles Highlight aus 2018.

Bis zum HR BarCamp, meine Freunde und Leser, Jannis

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