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Meditation als Schlüssel zum Arbeitsglück!? Einführung und Interview mit Alena Stock

Eine kurze Einführung und ein Interview mit Alena Stock, die Teil der soulworking Crew ist und als Recruiterin bei reBuy beschäftigt ist.

Gemäß dem Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik, geht es bei der Mediation um: „die Beruhigung des Geistes und der Gedanken, durch Achtsamkeits- oder Konzentrationsübungen. Die angestrebten Bewusstseinszustände werden, je nach Tradition, unterschiedlich und oft mit Begriffen wie Stille, Leere, Panorama-Bewusstsein, Eins-Sein, im Hier und Jetzt sein oder frei von Gedanken sein beschrieben. Durch Achtsamkeits- oder Konzentrationsübungen soll sich der Geist beruhigen und die Gedanken sammeln. (Quelle zitiert Stangl, 2019). In der Lage sein, seine Gedanken zu sammeln und zur Ruhe zu kommen und konzentrationsfähig sein in stressigen Umfeldern, dass ist in einer sich schneller und wilder drehenden Welt eine herausragende Fähigkeit.

Achtsamkeit liegt also im Trend. Und die Ergebnisse hören sich wirklich erstaunlich an: Wer meditiert und „achtsam“ durch das Leben geht, der scheint sich nicht so leicht ablenken zu lassen, häufiger richtige Antworten zu geben, hat sich selbst emotional besser im Griff und ist besser in der Lage aus Erfahrungen zu lernen (siehe HBM / Januar 2015). Andere wiederum meinen, die Studien zu Achtsamkeit überrepräsentieren die positiven Ergebnisse. Negative Befunde würden hingegen erst gar nicht publiziert oder kreativ umgedeutet (sagt zum Beispiel Psychiaterin Britton / siehe SZ März 2019). Nach Britton kann man es mit der Meditation nämlich auch übertreiben (von Überdosierung ist die Rede), schläfrig werden bis hin zu einer auslösenden Wirkung für eine Depression.

Und ja, ich bin auch ein wenig hin- und hergerissen. Es fällt mir jedoch auf, also jetzt wo ich mich im Rahmen dieses Betrags etwas mit dem Thema befasst habe, dass doch mehr Kraft in der Mediation stecken muss, als ich glaubte. Jetzt habe ich eine Kollegin kennengelernt, die regelmäßig mit ihren Kolleginnen und Kollegen bei der Arbeit meditiert. Ich fand ihre Erfahrungen so spannend, dass ich gleich ein Interview machen wollte, damit auch ihr von ihren Erkenntnissen erfahren könnt.

Alena Stock ist Recruiterin bei reBuy und Teil des Teams soulworking

Hallo Alena, du hast mir davon erzählt, dass einige eurer Mitarbeiter regelmäßig gemeinschaftlich meditieren. Wie kamt ihr darauf? Und wie muss man sich das im Arbeitsalltag vorstellen?

Ja genau. Täglich um 13:45 ploppt in meinem Kalender die Erinnerung auf, 10 Minuten zu meditieren. Wir, das heißt einige aus dem HR aber auch aus dem Tech-Team, gehen dafür in unseren Chill-out Raum und jeder meditiert für sich individuell, die Meisten über eine App. Unsere gemeinsame Meditation klappt natürlich nicht jeden Tag und auch nicht immer pünktlich, das ist aber auch gar nicht schlimm. Da wir von den positiven Effekten, wie verbesserte Konzentration, Fokus, Produktivität und Klarheit aber so sehr profitieren, sind wir hoch motiviert, unser Gehirn immer weiter zu trainieren und uns dafür den nötigen Freiraum im Arbeitsalltag zu schaffen.

Böse Zungen behaupten, dass Meditation doch eigentlich mit einer digitalen Pause verbunden sein sollte, jetzt meditieren neuerdings viele mit so einer App. Was gibt es denn da für Apps und wie stehst du zu dieser Kritik?

Hm, ich denke, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Die wahnsinnig zunehmende Smartphone-Nutzung und die damit einhergehende, permanente Ablenkung ist u.a. “Schuld” daran, dass so viele Menschen neben dem körperlichen auch einen mentalen Ausgleich suchen. Insofern kann ich die Kritik nachvollziehen. Für mich ist es aber wichtig zu differenzieren: Das Smartphone ist nicht das Problem, das Problem ist unser Umgang damit. Indem wir uns in Achtsamkeit üben, trainieren wir im weitesten Sinne auch einen bewussten Umgang mit Smartphone und Co.

Da muss man einfach schauen, was zu einem passt.

Man kann natürlich auch ohne App bzw. Anleitung meditieren. Mit fällt es dann jedoch schwerer mich nicht von meiner Umgebung ablenken zu lassen. Jeder der es mit dem Meditieren mal versucht hat, wird feststellen, dass unsere Gedanken zwischen Vergangenem und Zukünftigem hin- und her springen. Mir hilft die App einfach, mich zu fokussieren. Ich benutze übrigens die Calm-App, einige KollegInnen mögen Headspace lieber. Da muss man einfach schauen, was zu einem passt. Den ersten “Durchbruch” mit den richtig großen Effekten, die sich bei mir positiv auf diverse Lebensbereiche ausgewirkt haben, gewann ich durch einen professionell angeleiteten 8-Wochen-Kurs.

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Was würdest du denn HR Meditationsneulingen empfehlen?

Sich nicht abschrecken zu lassen. Mindfulness bietet ein hervorragendes Tool-set, um Stress zu senken, Teamwork zu verbessern und Arbeits-Outcome zu steigern. Für einige wirkt Meditation vielleicht anfangs wie ein zusätzliches To-do oder der nächste Trend in Richtung Selbstoptimierung, für die sie keine Zeit haben.

Für mich passt es, an den Wochentagen 10 Minuten zu meditieren.

In einem MBSR-Kurs wurde mir einmal vermittelt, dass ich täglich 45 Minuten für Meditation aufwenden solle. Dami habe ich ziemlich gehadert. Jahre später bin ich aber davon überzeugt, dass jeder seinen eigenen Weg finden kann. Solange es dem eigenen Rhythmus und Bedürfnissen entspricht, ist es richtig. Für mich passt es, an den Wochentagen 10 Minuten zu meditieren. Ergänzend kann man die Meditation ohne zeitlichen Aufwand in den Alltag einbringen, ob beim bewussten Duschen, Essen oder An- der-Ampel-Stehen. Ich kann also empfehlen: Fragt euch, was ihr braucht und findet euren eigenen Weg. Feste Zeitpunkte, Routinen und klare Ziele vor Augen können helfen.

Liebe Alena, ganz herzlichen Dank für deine Zeit!

Über den Autor

Jannis Tsalikis

"Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Nach einer Weile braucht er einen Drink!" (Woody Allen)

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