HR Barcamp 2019 in Berlin – ein (Twitter-)Rückblick

Scroll this

Es war wieder ein Fest! Wie in jedem Jahr bin ich gestern Nachmittag etwas müde, aber mit vielen spannenden Anregungen vom HR Barcamp aufgebrochen. Hier ein kleiner Rückblick auf zwei Tage HR Klassentreffen in Berlin.

Am Donnerstagmorgen trudeln alle so langsam im Ellington Hotel ein. Es sind wieder viele übliche Verdächtige dabei, aber auch wieder viele neue Gesichter. Vermutlich zum letzten Mal findet das HR Barcamp in diesem Jahr im Ellington Hotel statt. Aber keine Sorge: Christoph Athanas und Jannis Tsalikis haben sich natürlich schon etwas überlegt. Die Barcamp Spielregeln werden erklärt und die Sponsoren, die das Barcamp erst möglich machen, vorgestellt. Für das obligatorische Warmup und Lockermachen wurde ein Bauchtanz-Duo herbestellt und so schwingen gegen 9:40 mehr als 100 Personaler die Hüften.

Das Besondere am HR Barcamp: Die Teilnehmer bestimmen die Themen selbst. Das macht es in jedem Jahr zu einer bunten Wundertüte! Alle Teilnehmer können ein Thema pitchen und bald haben die Teilnehmer die Qual der Wahl zwischen mehr als 50 Themen.

Mit bunten Klebepunkten wird noch ganz analog abgestimmt. Es sind wieder viele Recruiting-Themen dabei, aber auch Coding, People Analytics und New Work findet seinen Platz. Ich persönlich freue mich besonders auf den Vortrag zu 4 Tagen meetingfrei. Das klingt traumhaft und ist für mich und meine Kollegen, aber auch sicher viele andere, ein Alltagsthema.

Die Sessions stehen fest! Und schon eilen alle in die ersten Sessions. Wenig später finde ich mich in der Situation wieder, Argumente zu finden, warum Frauen die schlechteren Netzwerker sind. „Naja, sie brauchen auch immer so lange vor dem Spiegel“ und „Sie konkurrieren um die Aufmerksamkeit der Männer und unterstützen sich nicht gegenseitig“. Natürlich ist das nicht die persönliche Meinung von den Personen in der Session. Sara-Lena Eisermann und Prof. Peter M. Wald haben uns in zwei Gruppen aufgeteilt: pro und contra. Erst wird geschnickt, welche Gruppen beginnen darf.

Dann startet die contra Gruppe mit einem Argument und die pro Gruppe darf dann entsprechend kontern. Das Format bringt viel Freude und am Ende ist recht ausgewogen. Hier nochmal die Argumente:

Ähm, moment, wofür argumentieren wir hier nochmal? Am Ende bleibt leider nur wenig Zeit für eine anschließende Diskussion: Natürlich wurden viele Klischees bedient, die so sicher nicht zutreffen. Auch müssen sich Strukturen und Systeme verändern – Stichpunkt „Boys Club Culture“. Aber für mich steht auch fest, dass wir alle uns noch besser vernetzen und unterstützen können und unsere Netzwerke auch ohne schlechtes Gewissen auch für die eigenen Themen nutzen sollten.

Auf dem HR Barcamp wünsche ich mir manchmal den Zeitumkehrer von Hermine Granger aus Harry Potter, der es mir möglich machen würde, alle Sessions besuchen zu können. Parallel läuft auch die Session zu Coding im HR von Sebastian Sellinat. Zum Glück gibt es ja Twitter und hier kann man parallel alles mitverfolgen.

Wen das Thema weitergehend interessiert, findet hier einen kostenlosen Onlinekurs:

Eine weitere Session, die viele bewegt hat, haben Eva Stock und Jess Koch organisiert: Love HR, hate racism! Ein emotionales und wichtiges Thema und auch schon vor der Session sieht man viele Personaler mit T-Shirts und Buttons:

In der Session wird diskutiert, was HR tun kann, wie sich Unternehmen positionieren können und – dank kompetenter Beteiligung von Rechtsanwältin Nina Diercks – auch um rechtliche Handlungsmöglichkeiten. Es sind sich alle einig: Wir wollen klare Kante zeigen und bei rassistischen Kommentaren oder gar Handlungen geht es nicht nur im Positionierung und Politik, sondern schlicht um die Wahrung von Menschenrechten. Eva Stock, die auf hrisnotacrime bloggt, berichtet von ihren Erfahrungen, als sie ihren Blogartikel zu dem Thema öffentlich gepostet hat. Sie bekam viel Zuspruch. Marcel Rütten, welcher den Blog HR4good betreibt, hat sich durch einen Post ähnlich positioniert, bekam auch viel Zuspruch, aber auch Anfeindungen. Das hinterlässt ein mulmiges Gefühl. Klar ist für mich, dass wir uns nicht wegducken, sondern offen Stellung beziehen sollten gegen recht Hetze und Xenophobie. Wenn ihr euch ähnlich positionieren wollt und sei es nur mit einem „Love HR, hate racism“-Shirt dann meldet euch gerne bei mir oder auch direkt bei Eva Stock und Jess Koch.

In meiner nächsten Session geht es dann um ein ganz anderes Thema: Stellenanzeigen! Irgendwie ein bisschen altbacken, aber auch alternativlos!? Wir diskutieren über die Zukunft der Stellenanzeige und hier kann man sich noch ein paar Tricks und Kniffe abschauen.

Kennt ihr schon Heatmaps? Marcel Rütten nutzt diese, um zu tracken, welchen Teil der Stellenanzeige sich Bewerber besonders lange anschauen und kann so auswerten, was anscheinend besonders relevant für Bewerber ist.

Die Stellenanzeige scheint noch nicht tot zu sein! Hier die Übersicht der Ergebnisse:

Nach einem kleinen Abendsnack geht es rein in einen Oldtimer-Bus und vorher sieht mein einen nervösen Jannis Tsalikis hin- und herhüpfen: Er hat sich eine komplette Berlin Sightseeing Tour überlegt und kommentiert die Fahrt mit Fakten über Berlin und Anekdoten aus seinem Leben. Danke, das war großartig!

Schon fallen die Personaler ins Vorwien ein, eine sympathische Bar in Kreuzberg. Ein dickes Danke an Jobufo für das Sponsoring der Drinks!

Am nächsten Morgen fällt mir persönlich das Aufstehen schwerer, andere sind schon topfit.

In der ersten Session wurden aber gleich wichtige und zukunftsweisende Themen besprochen: HR Strategy. Sind Strategien in unserem volatilen und dynamischen Arbeitsalltag überhaupt noch zeitgemäß? Wir sagen ja, aber sie muss eben auch kurzfristiger und flexibler gedacht sein und sich an einer Vision orientieren. HR wird in den kommenden Jahren für viele Unternehmen, der entscheidende Wirtschaftsfaktor sein. Hier einige Ergebnisse aus super aufbereiteten Session von Birte Schäfer.

Auf die nächste Session habe ich mich schon lange gefreut: 4 Tage meetingfrei. Der Sessiongeber hat eine sehr kreative Umsetzung gewählt:

Im Geiste des Barcamp Grundgedanken lassen sich die Teilnehmer jedoch nicht entmutigen und gestalten die Session einfach selbst! Es wird sich zur aktuellen Meetingkultur ausgetauscht. Später erfahre ich mehr: Jan-Kristian Jessen von Quäntchen und Glück wird nämlich auch mit seiner ersten Session zum New Work Quartett in den Recall gewählt. Hier könnt ihr mehr dazu und auch zu den 4 Tagen meetingfrei erfahren.

In den Recall schaffen es die Sessions zu „Love HR, hate racism“ von Eva Stock und Jess Koch sowie die Session von Marcel Rütten zu „Comeback oder bleib weg!“.

Ich entscheide mich für eine weitere Session von Jess Koch, die es in den Recall schafft. Es geht um People Analytics und zahlenaffine Personaler. Zahlen und Daten werden immer wichtiger, um gute Entscheidungen in einer Welt mit steigendem Komplexitätsgrad zu treffen. Personaler sollten sich damit auseinandersetzen und ihre Entscheidungen datenbasiert treffen. Das gibt ebenfalls eine gute Legitimation gegenüber der Geschäftsführung. Wichtiger Punkt: Entscheidungen sollten nie rein datenbasiert getroffen werden, denn ethische Gesichtspunkte dürfen nie außer Acht gelassen werden. Wer mehr zu dem Thema sowie konkreten Anwendungsbeispielen erfahren möchte, sei dieses Buch empfohlen.

Abschließend ein riesen Dank an Jannis Tsalikis, Christoph Athanas und alle Helfer für die tolle Organisation!

Zum Ende hin wurde nochmal ordentlich getwittert!

Klar ist, der Jubin fehlt!

Geburtstagskinder gab es auch.

Socken lagen im Trend.

Hier eine weiteres Barcamp Recap von Maja Roedenbeck Schäfer, die sich vor allem für die Sessions zur GenZ und Working Moms interessiert hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: