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EXKURS: Unterschied zwischen “Mobile Working” und HomeOffice” einfach mal einfach erklärt

Ganz aktuell hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) am 4. Oktober unter dem Stichwort “Mobile Arbeit stärken” eine neue Gesetzesinitiative für eine gesetzliche Regelung zur mobilen Arbeit angekündigt. Das ist erst mal gut, aber es ist auch interessant: bisher hat das BMAS im Zusammenhang mit der außerhalb der Büroräume erbrachten Arbeit doch eher immer vom “Homeoffice” und weniger von der “mobilen Arbeit” gesprochen. Da stellt sich doch die Frage, was ist eigentlich der Unterschied? Ich will es euch hier mal erklären 🙂

Homeoffice oder, im Gesetz auch gerne Telearbeit genannt, ist das ortsgebundene Arbeiten von zu Hause aus. Dies ist in der Arbeitsstättenverordnung definiert. Dort steht, dass es sich um vom Arbeitgeber fest eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze im Privatbereich der Beschäftigten handelt. Der Arbeitgeber hat für sie eine wöchentliche Arbeitszeit vereinbart und die Dauer der Einrichtung festgelegt. Die Arbeit hat von dem eingerichteten Arbeitsplatz im Privatbereich zu erfolgen. Der Arbeitgeber ist dafür verantwortlich, dass in den Privaträumen Mobiliar und Arbeitsmittel bereitgestellt und installiert sind.

Mobiles Arbeiten dagegen meint, dass Beschäftigte ihre Arbeit zeitweise an beliebigen Orten erledigen können und dafür keinen festen Arbeitsplatz im Unternehmen brauchen – also zum Beispiel mal beim Kunden, mal vom Restaurant aus, während einer Reise in der Bahn oder eben auch von zu Hause aus. Der Arbeitsplatz /-ort ist nicht vorgegeben.

Im Unterschied zu Telearbeit ist mobiles Arbeiten nicht weiter gesetzlich definiert. Für mobiles Arbeiten gilt zwar die Arbeitsstättenverordnung nicht, es sind aber z.B. die Vorgaben für Bildschirmarbeitsplätze zu beachten, wenn Beschäftigte regelmäßig mobile Arbeitsgeräte wie Notebook, Tablet oder Smartphone verwenden.

Außerdem gilt für beide Formen das Arbeitsschutzgesetz sowie das Arbeitszeitgesetz, an die sich Arbeitgeber und Beschäftigte halten müssen.

Die Literatur (Küttner Personalbuch 2020, 27. Auflage 2020, Stand: 01.10.2020) sagt folgendes:

Die Tätigkeit ganz von zu Hause aus wird entsprechend der Formulierung in § 2 Abs 7 der zum 3.12.16 neu gefassten ArbStättV als Telearbeit oder als Arbeiten im Homeoffice (Homeoffice) bezeichnet. Bei alternierender Telearbeit wird im Betrieb und an einem festen Arbeitsplatz außerhalb des Betriebs gearbeitet. Mobiles Arbeiten liegt vor, wenn, die Arbeitsleistung unabhängig von einem festen Arbeitsplatz von jedem denkbaren Arbeitsplatz erbracht wird, zB vor Ort beim Kunden, auf Reisen, im Hotel, im Café oder zu Hause im Garten. Beim mobilen Arbeiten und bei alternierender Telearbeit sind für die Mitarbeiter im Betrieb des ArbGeb häufig keine festen Arbeitsplätze mehr vorhanden. Die Mitarbeiter benutzen temporär die im Betrieb vorhandenen Arbeitsplätze, was als Desk Sharing bezeichnet wird.

So, jetzt wisst ihr es. War doch ganz einfach, oder?

Über den Autor

Benedikt Sommer

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