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Arbeitgebermarkenfreunde bekommen Zuwachs und warum es Pferde- aber keine Menschenflüsterer gibt

Es ist uns gelungen noch einen Giganten aus dem HR Bereich für diesen Blog zu gewinnen: Jérôme C. Niemeyer! Wir kennen uns schon – jesses – seit den 2000ern und haben uns seither nicht mehr aus dem Auge verloren. Über die Zeit hatten wir mehrfach die Gelegenheit wunderbar zusammenzuarbeiten. Zuletzt haben wir gemeinsam am Buch HR TRUE STORY geschrieben. Und weil es mit uns so gut lief, schreiben wir einfach weiter und zwar auf diesem Blog. Grund genug, ihn für euch zu interviewen, findet ihr nicht? Auf geht es:

Hallo Jerome, Pferdeflüsterer scheint es ja zu geben. Gibt es auch Menschenflüsterer? Falls es sowas gibt, ich glaube, dann bist du bestimmt einer. Stimmst du mir zu?

Ha ha, Jannis, ich bin selten so treffend beschrieben worden 😉 Ich nehme es mal als Kompliment. Im Ernst, ich hoffe nicht, dass ich als Menschenflüsterer gesehen werde. Ich möchte ja keinem etwas einflüstern, aber ich kann mich gut in unterschiedliche Kund*innen und Situationen hineinversetzen. Dabei helfen mir meine langjährige Tätigkeit als Organisationsberater und meine vielfältigen Erfahrungen als Personalleiter in den turbulenten Gewässern der New Economy. Meine Rolle liegt darin, meine Kunden dabei zu unterstützen, ihre eigenen Ziele und Anliegen erfolgreich zu verfolgen. Die Basis dafür bilden vermutlich meine Empathiefähigkeit und mein innerer Antrieb, mit meinen Kund*innen das Beste für sich und ihre Organisation zu erreichen.

Was sind die wichtigsten Erfahrung, die du in deinem Berufsleben gemacht hast, die vielleicht noch heute regelmäßig mit in deine täglichen Arbeit als Berater eine Rolle spielen?

In meiner täglichen Arbeit greife ich, je nach Projekt und Aufgabe auf unterschiedliche Erfahrungen zurück. Sie stammen z.B. aus meiner Zeit als Consultant für Corporate Change, meiner Tätigkeit als Führungskraft im HR Management eines Vorzeige-Start-Ups in den Hochzeiten der New Economy sowie aus meinen fachlichen Qualifizierungen. Nicht zuletzt lerne ich jeden Tag bei meinen Beratungsprojekten und von meinen Kund*innen und Kolleg*innen etwas hinzu.

Aus meinen Erfahrungen habe ich vier wesentliche Erkenntnisse gezogen, die meine Arbeit prägen:

1. Die hohe Bedeutung der Gruppendynamik in Organisationen kann nicht unterschätzt werden und das Unberechenbare muss einkalkuliert (;-)) werden.

2. Human Resources Management entfaltet seine volle Gestaltungskraft, wenn es als strategischer Partner im Unternehmen agiert.

3. Komplexe Change Projekte werden nur dann erfolgreich, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind (z.B. volles Commitment der Führung ODER Lean Change).

4. Die gute Vorbereitung gemeinsam mit den Kunden macht den Unterschied.

Du bist systemischer Berater und hast eine Psychodrama Ausbildung gemacht. Was überwiegt dabei? Das „Psycho“ oder das „Drama“?

 Im Kontakt mit meinen Kunden überwiegt eindeutig das „Systemische“. Systemisches Verständnis und Psychodrama verbindet vor allem, der analytische Blick auf soziale Systeme und die Gruppendynamik. Der Begriff „Psychodrama“ klingt natürlich nach großem Kino. Die Beschäftigung damit lohnt sich auch, denn es ist ein Geheimtipp unter den psychologisch fundierten Gruppenmethoden. Vor ca. 100 Jahren hat Jacob L. Moreno das Psychodrama entwickelt, um die Dynamik von sozialen Systemen zu reflektieren und zu erforschen. Da es so wirkungsvolle Techniken wie Soziometrie und Soziodramabietet, diente es als Inspirationsquelle für z.B. die Gestalttherapie und die Familien- und Organisationsaufstellung. Es hat seit langem einen festen Platz als Methode für handlungsorientierte Selbsterfahrung. Meine Ausbildung zum Psychodrama-Leiter habe ich übrigens am Stuttgarter Moreno-Institut absolviert.

Was sind aktuell deine Themen? Woran arbeitest du bzw. in welchen Bereichen unterstützt du aktuell deine Klienten?

 Zurzeit bereite ich für zwei Kunden Großgruppenworkshops für Führungskräfte vor, die vor Ort und unter social distancing Bedingungen stattfinden werden. In einem Workshop nutze ich den von mir mit zwei Kolleginnen entwickelten Ansatz zur systematischen Auswertung der Learnings aus dem Lockdown. Dann begleite ich remote ein gerade gegründetes Innovationsteam bei der strategischen Positionierung sowie der Entwicklung seiner Teamkultur und bin Sparringspartner für die Geschäftsführung einer Agentur und die Personalleitung eines Mittelständlers. Darüber hinaus bin ich in Vorgesprächen für die Einführung von New Work an verschiedenen Produktionsstandorten eines international tätigen Konzerns.

Welche Beiträge dürfen wir von dir erwarten? Ich bin schon so neugierig!

Ich freue mich sehr darauf, über aktuelle Themen zu schreiben, die mir in meinem Alltag als Organisationsberater begegnen. Hoffentlich ist das, was mich und meine Kunden bewegt, auch für die Leser interessant. Danke, Jannis, dass ich jetzt als neuer Freund der Arbeitsgebermarke aufgenommen bin.

Über den Autor

Jannis Tsalikis

Arbeitgebermarke ist wie Disco, entweder du siehst geil aus oder du tanzt allein!

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