9 Tipps für deine Bewerbung, die Personaler zum Weinen bringt

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Wenn es Kununu für Bewerber gäbe, könntest du mit diesen Tipps sicher ein paar knackige Einträge erzielen.

Jeder weiß, dass der Fachkräftemangel schon längst Gegenwart ist. Unternehmen können sich glücklich schätzen, wenn sie überhaupt noch jemanden finden, der für sie arbeiten möchte. Eigene Projekte, Blogs (wie dieser!) und Instagram Accounts sind viel cooler, als feste Anstellungsverhältnisse. Wenn du dich trotzdem auf einen solchen Job bewerben willst, habe ich ein paar handfeste Tipps, wie dies unter Garantie nicht gelingt.

1. Sprich möglichst immer von “Ihrem Unternehmen”.

Für eine neutrale, möglichst leidenschaftslose Bewerbung ist es wichtig, nicht zu viel über das Unternehmen zu sprechen, bei dem du dich bewirbst. Du kannst es, wenn überhaupt nötig, in der Adresszeile des Anschreibens erwähnen. Ansonsten erwähne immer nur “Ihr Unternehmen”. Es wird sich schon die richtige Person angesprochen fühlen. Praktisch: Du kannst dein Anschreiben einfach weiterverwenden und musst nur die Adresszeile austauschen.

2. Handschrift verleiht deiner Bewerbung eine persönliche Note.

Jeder weiß, dass sich dieses Internet nicht durchsetzen wird. Eine Bewerbung per Post, auf schönem Papier und in schnörkeliger Handschrift ist klassisch schick und unter den vielen staubigen Mails im Postfach oder im Bewerbermanagementsystem einfach etwas Besonderes. Jeder gut ausgebildete Personalpsychologe weiß auch, dass Graphologie, also die Analyse der Handschrift,  immer noch einer der besten Prädiktoren für Erfolg im Beruf ist. Wenn du es besonders klassisch magst: Gib keine Emailadresse oder Telefonnummer an, sondern verlange, dass auch der Personaler sich auf dem Postweg bei dir zurückmeldet.

3. Wenn nicht per Post, dann als Word-Dokument.

Sollte dir der ganze Schnickschnack mit Briefmarken und Bewerbungsmappe dann doch zu aufwändig sein, ist natürlich auch eine digitale Bewerbung in Ordnung. Dann solltest du aber darauf achten, diese nicht als PDF zu verschicken, sondern immer im Word-Format. So kann der Personaler für die Position fehlende Qualifikationen eben noch selbst in deinen Lebenslauf tippen und auch deine Rechtschreibfehler, die ja praktischerweise von Word gleich erkannt werden, noch korrigieren. Auch die Formatierung verrutscht unter Garantie, so dass man immer wieder tolle neue Lebenslauf-Variationen zu Gesicht bekommt.

4. Schlage mehrere Fliegen mit einer Klappe.

Wenn du in deiner Bewerbung nur von “Ihrem Unternehmen” sprichst, die Adresszeile rauslässt, alles etwas genereller hältst, einfach viel von dir und weniger über dein Interesse an dem konkreten Job schreibst, gibt es einen großen Vorteil: Du kannst die Bewerbung einfach an alle für dich interessanten Arbeitgeber schicken. Wenn du das per Word-Dokument auf dem digitalen Weg machst, dann einfach alle Emailadressen der Arbeitgeber in die Zeile “cc”. Zack,  eine Email, 10 Bewerbungen! Der Personaler merkt so auch, dass er nicht allein auf der Welt ist und sich glücklich schätzen kann, wenn du ausgerechnet in “Ihrem Unternehmen” einen Job antrittst.

5. Mehr ist mehr.

Der Job des Personalers ist es, darauf zu warten, dass sich Bewerber auf die ausgeschriebenen Stellen melden, sie diese einladen und dann Verträge schreiben können. Okay, einmal im Monat machen sie noch die Lohnabrechnung, aber sonst haben sie eigentlich nicht viel zu tun. Daher solltest du lieber mehr, als weniger in deine Bewerbung schreiben. So haben sie etwas zu lesen und freuen sich auf deine mindestens zweiseitigen Anschreiben und fünfseitigen Lebensläufe. Wichtig ist auch, dass du wirklich jedes Zeugnis, jede Teilnehmerurkunde und jede Bewertung mitschickst, die du je bekommen hast. Den Töpferkurs auf der Klassenfahrt in der 5. Klasse hast du schließlich nicht umsonst gemacht!

6. Vergiss kein wichtiges Detail.

Wenn du deine Bewerbung für mehrere Ausschreibungen verwenden kannst, solltest du dir Mühe in den Details geben. So kann der Personaler mehr über dich, deine Familie und besonders wichtig, den sozioökonomischen Status deiner Eltern, erfahren. Erwähne die Namen deiner Geschwister, die Jobs deiner Eltern und auch den Kosenamen deines Meerschweinchens. So zeigst du, dass du für den Job qualifiziert bist. Ausgefallene Hobbys wie “Menschen”, “Freunde treffen” oder “schlafen” kommen auch immer gut an.

7. Der Inhalt zählt. Das Format ist unwichtig.

Wer sagt, “das Auge isst mit” sollte an seiner Oberflächlichkeit arbeiten. Der Inhalt der Bewerbung zählt schließlich und daher solltest du nicht zu viel Zeit mit der Formatierung verwenden. Serifenschriften in Schriftgröße 6,5 sind die beste Wahl. Absätze und Strukturierungselemente sollten nur sehr sparsam eingesetzt werden. Klatsch einfach alles untereinander und fertig!

8. Mach mal etwas Besonderes!

Bewerbungen flattern täglich in Personalabteilungen. Du solltest dir etwas Spezielles überlegen, um aus der grauen Masse herauszustechen: Lege der Bewerbung ein selbstgemaltes Bild bei, komme einfach unangemeldet persönlich vorbei und verlange nach einem Vorstellungsgespräch oder drucke den Text deiner Bewerbung auf große Pappen, die du mit Tigerfell-Stoff verschönerst. Die Möglichkeiten sind endlos!

9. Biete “Gefälligkeiten” als Gegenleistung für den Job an.

Zeige dein Engagement für den Job, in dem du dem zukünftigen Chef oder dem Personaler körperliche Gefälligkeiten anbietest. So weiß “Ihr Unternehmen”, dass du wirklich mit Haut und Haar für den Job brennst und bereit bist, die Extrameile zu gehen.
Es musste mal raus. Alle “Tipps” habe ich in meiner Personalerlaufbahn bereits selbst erlebt. Ich wünsche mir: Leidenschaftliche Bewerbungen, die sich auf das Unternehmen und den konkreten Job beziehen. Ich wünsche mir: Bewerber, die sich vor dem Interview eine Stunde Zeit nehmen, um sich auf das Gespräch vorzubereiten. Das kommt natürlich oft vor, aber viele könnten ihre Chancen mit einem kleinen zeitlichen Investment deutlich steigern. Und mich glücklich machen.
Wie bewerbe ich mich richtig? Tipps findet ihr hier, hier und hier.
Photo by @tompumford

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